Die Corona-Krise kommt mir vor wie eine Krankheit. Eine Krankheit, die eine Krise beinhaltet – Krise ist immer die Zeit, die entscheidet… das hohe Fieber, das alles verbrennt, was nicht mehr dienlich ist, das hohe Fieber, das zeigt, wie grundlegend das Fundament erschüttert war und wie unglaublich groß auch die Helfermannschaft ist und fieberhaft arbeitet… die Krise entscheidet, wie es ausgeht. Und ist die Krise überwunden, das Fieber hat seine Arbeit erfüllt und den Patienten geheilt, dann ist das Leben nicht mehr wie vorher.

Ein Entwicklungsschritt, der vorher undenkbar war und nur sehr langsam voranschritt, ist dann erreicht. Ein Wachstum im Patienten, der diese Krankheit überstanden hat, eine Resilienz und Resistenz ist geschaffen.

Ist es nicht auch ein wenig ähnlich jetzt?

Können wir nicht diese Corona-Krise ähnlich betrachten?

Wenn wir all das überstanden haben – inklusive Ausgangssperren, Spielplatzverboten, Seminarausfällen etc. – dann sollte eigentlich nichts mehr sein wie vorher. Ich meine nicht die Möglichkeit, dass viele in Armut abrutschen könnten u.ä. Ich meine das Bewusstsein. Wir können nicht mehr so tun als ob alles wieder normal wäre, wenn das hier vorbei ist.

Wir haben gerade die einmalige Chance, von außen gemacht (schöner ist natürlich immer, wenn der Drang von innen kommt, aber so what?), innezuhalten, einzukehren, in uns selbst ein zu Hause zu finden, die wesentlichen Dinge im Leben herauszufinden, das, worauf es wirklich ankommt, die wenigen Kontakte zu intensivieren, ohne Ablenkung, ohne permanent unterwegs und verplant zu sein, ohne die Energien zu zerstreuen und sich auszubrennen…

Ich weiß, ich spreche gerade nicht von den Supermarkt-MitarbeiterInnen, den PflegerInnen und denen, die diese Krise durch ihre Mehrarbeit als HelferInnen stützen.

Doch es gibt so viele andere, denen bisher Home Office verboten war, weil die Unternehmen nichts davon hielten. So viele, die kurz vor dem Burnout standen, weil ihr Job die einzige Säule war und sie hin- und herreisen mussten und das Wichtigste auf Erden die TV-Quoten, die schnelle Autoproduktion, die CO2-Flüge in den nächsten Ausgleichsurlaub waren… Schülerinnen, denen nichts wichtiger war als die neue Form ihrer künstlichen Fingernägel und die jetzt spazieren gehen und ein Buch lesen, weil sie sich nicht für andere aufstylen müssen, um zu… usw.

„Um zu“… – was ist das Wesentliche in deinem Leben?

Ist es wirklich platt, wenn du für dich herausfindest, dass es womöglich Frieden ist oder Freiheit? Oder Mitgefühl und Verbundenheit? Nähe? Gelassenheit und innere Mitte? Zeit? Pausen? Schlaf und Stille? Frische Luft? Bewegung und Natur? Kontakt und Körperlichkeit? Dein persönlicher Lebensrhythmus, Gesundheit? Familie?

Ich glaube, es ist gerade eine riesen Chance für uns, diese Welt auf den Kopf zu stellen. Auch wenn es sich für viele gerade sicher eher so anfühlt, als stellt die Welt uns auf den Kopf, weil nichts mehr selbstverständlich ist, was vorher noch so galt.

Die Erde atmet auf. Keine Greta, kein Friday for Future hat es geschafft, so schnell und resolut auf die Pausentaste zu drücken wie dieser kleine Kronenvirus.

Ich gehe gerade mit dem, was ist. Von Tag zu Tag. Von Stunde zu Stunde. Verbunden im Hier und Jetzt.

Und, ja, auch ich beobachte ganz genau, was sich tut und meine Vision ist es, danach in höherer Bewusstheit und nicht in höherer Überwachung und Krisenangst zu leben.

Der Schulzwang könnte mal abgeschafft werden und die Freilernerszene Zulauf bekommen. Nähe und Berührung  könnten wichtiger werden als virtuelle Pseudofreundschaften. Der lokale Einzelhandel und das Handwerk könnten mehr Wertschätzung erhalten als die Online-Bestellung von Billig-Klamotten in Asien. Ebenso die Wertschätzung für Pflegeberufe und andere oft weibliche Krisenunterstützerinnen wie Erzieherinnen. Vielleicht wird auch das Bewusstsein für die Natur gewachsen sein und die Mainstream-Frequenz läuft auf „vegan“ statt auf Massentierhaltung. Mehr Homeoffice könnte weniger Verkehrstote und CO2 bedeuten. Und ein paar Menschen überlegen sich vielleicht, ihren Job ins Sinnvolle zu verlegen. Und Muße und Ruhezeiten könnten einen Wert bekommen.

Die Welt darf weiblicher werden.

Und diese ver-rückte Welt kann uns gerade als Wegweiser zu uns selbst dienen. Zu unserem eigentlichen Seelenweg. Dem, was zählt und dem, worum es wirklich geht. Bewusstheit. Liebe. Deine weibliche persönliche Kraft zu leben.

AHE!

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.